Blocksatz

Die Tücken im Griff — Blocksatz kann manchmal zur Herausforderung werden. Enge Spalten, untrennbare Wörter oder falsche Voreinstellungen können das Satzbild zerstören. Doch mit der richtigen Vorbereitung schafft InDesign einen relativen guten Blocksatz.

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[Programmversion-Voraussetzung: Je nach InDesign-Version kann die Programmoberfläche oder die Funktionsanordnung von der Beschreibung abweichen. Screenshots und Funktionen stammen aus der aktuellen CC-Version von InDesign.]


Flattersatz bzw. Rausatz ist die Standardlösung für die Ausrichtung des Textes innerhalb eines Absatzes. Möchte man jedoch die blockartige Anordnung für den Text wählen, so greift man zum Blocksatz. Jedoch verlangt die Nutzung des Blocksatzes an typografisches Feingefühl. Dieses Feingefühl muss dem Programm jedoch erst einmal verklickert werden. Oft scheitern Hobbygestalter oder auch erfahrene Grafiker an den Hürden des Programms. Zu versteckt oder unvermittelt werden die Funktionen in unterschiedliche Ecken des Programms verfrachtet. Man denke nur an Microsoft Word: Hier ist die automatische Silbentrennung standardmäßig deaktiviert. Das verursacht im Blocksatz enorm große Wortzwischenräume. Damit so etwas zumindest nicht in InDesign passiert gibt es folgende Einstellungen zu beachten.

    Wörterbuch festlegen und zuweisen

    Damit später die Einstellungen für die Silbentrennung auf das korrekte Wörterbuch zugreifen kann, sollte unter den Voreinstellungen in der Rubrik Wörterbuch die korrekte Sprache eingestellt werden. Ist das Dokument geschlossen, so wirkt sich das auch auf alle neuen Dokumente auf und wird somit zur globalen Voreinstellung.

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      Unter „Wörterbuch“ lässt sich die Sprache und das dazugehörige Wörterbuch festlegen. Für den deutschsprachigen Raum ist natürlich die Rechtschreibreform von 2006 zu empfehlen.

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      Unter Silbentrennung gibt es noch die Auswahl (je nach InDesign-Version) zwischen „Proximity“, „Hunspell“ und dem selbstgepflegten Wörterbuch. Wurde ein zusätzliches Wörterbuch-Plugin installiert, könnte an dieser Stelle auch noch eine vierte Option verfügbar sein.

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      Nach dieser Voreinstellung muss auch in der Steuerungsleiste oder im Kontextmenü der Palette „Zeichen“ die identische Spracheinstellung zugewiesen sein. Erst jetzt kann die Silbentrennung im gewünschten Sprachraum funktionieren.

      Silbentrennung

      Was beim Flattersatz wichtig ist, ist beim Blocksatz sogar von großer Bedeutung: die Silbentrennung. Nach dem Markieren des Absatzes lässt sich im Kontextmenü des Fensters bzw. der Palette namens Absatz die Funktion der Silbentrennung aufrufen. Hier lassen sich alle Einstellungen diesbezüglich vornehmen. Ist die Funktion noch gar nicht aktiviert, so sollte dies hiermit getätigt werden.

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        Die Größe des zu trennenden Wortes und die Trennung der Vor- und Nachsilbe, sowie die maximale Anzahl der aufeinanderfolgenden Trennungen lassen sich hier festlegen. Generell sollte das zu trennende Wort nicht kleiner als 5 Buchstaben sein. Schöne Trennungen erhält man auch mit jeweils 3 Buchstaben in der Vor- und Nachsilbe – wobei in der Praxis bei der Vorsilbe 2 Buchstaben realistischer sind.

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        Drei Trennstriche in Folge stören den Lesefluss nicht. Geht man jedoch darüber hinaus, könnte es sowohl optisch als auch beim Lesen unangenehm werden. 

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        Unterhalb dieser Einstellung gibt es noch den Regler der InDesign entscheiden lässt, ob eher die Abstände optimiert werden sollen oder ob eher weniger Trennstriche eingesetzt werden sollen. Diese Einstellung lässt sich am Besten direkt – mittels dem „Vorschau“-Haken an der Seite – am vorhandenen Text testen.

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        Zusätzlich lässt InDesign die Option offen, ob großgeschriebene Wörter oder das letzte Wort im Absatz getrennt werden soll. Beides ist zu empfehlen, da man sonst garantiert mit einem löchrigen Satz konfrontiert wird. Zudem ist es möglich die Silbentrennung über Spalten hinweg zu deaktivieren. Das kann zum Beispiel beim Seitenwechsel sehr komfortabel sein. Jedoch sollte auch diese Funktion aktiviert sein, und die unterdrückte Trennung manuell vorgenommen werden.

        Abstände automatisch optimieren

        Im Kontextmenü der Steuerungsleiste oder der Palette Absatz lassen sich nun die Einstellungen der Abstände vornehmen. Im gleichnamigen Menü Abstände werden alle minimalen, optimalen und maximalen Werte eingegeben. 

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          Das bedeutet in diesem Beispiel (siehe Screenshot) beim Wortabstand: der minimal eingesetzte Wortabstand besitzt die Größe von 80 % des Leerzeichens. Optimal wird die Größe des Leerzeichens eingesetzt. Der maximale Wert soll bei 130 % eines Leerzeichens liegen, sofern dies technisch möglich ist. Der optimale Wert kann bei zu häufigem Vorkommen von Löchern im Satz auch auf 98 % (oder niedriger) heruntergestuft werden. 

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          Dasselbe lässt sich für den Zeichenabstand und für die Skalierung der Buchstaben einstellen. InDesign greift bei der Berechnung des Blocksatzes auf diese Werte zurück und bekommt somit den Spielraum zur Verfügung gestellt.

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          Sollte es vorkommen, dass nur ein Wort in der Zeile steht, so muss auch für diesen Sonderfall eine Einstellung getroffen werden. Das Wort kann entweder links- oder rechtsbündig und alternativ gesperrt im Blocksatz platziert werden. Keines der Optionen ist für einen schönen Satz akzeptabel. Dieser Sonderfall sollte möglichst durch den manuellen Zeilenumbruch verhindert werden.

          Abstände zusätzlich manuell optimieren

          Sollte InDesign nach all den angepassten Einstellungen auf den jeweiligen Blocksatz immer noch nicht zufriedenstellend arbeiten, können noch manuelle Schönheitskorrekturen vorgenommen werden. Das wären zum Beispiel das Ändern des Kernings oder des Wortzwischenraums, um weitere Wörter oder Silben in die Zeile zu „pressen“. Oder die manuelle Trennangaben (Mac: Cmd + Umschalt + Divis), um für InDesign-unbekannte Wörter selbst zu trennen. Hier gibt das typografische Wissen den minimalen und maximalen Wert vor.

            © 2016 typography nerd